In Irland mit Chipsie

Irland - ein Traum für Hunde? Nicht für alle!

Endlich wieder Irland! Wir konnten es kaum erwarten, endlich wieder in unser Lieblingsland zu kommen! Die Natur ist so wunderschön, aber eins fehlte uns immer - wir waren noch nie mit unseren Hunden dort. Und nun ist die Chance da - Chipsie darf mit! Aber wie reisen wir mit ihr am besten?

Das Flugzeug ist für uns erstmal ausgeschieden. Als wir das letzte Mal - noch ohne Hund - geflogen sind und die Hunde im Frachtraum so entsetzlich geweint und gebellt haben - den ganzen Flug über - hatten wir irgendwie ein schlechtes Gewissen, Chipsie da unten einzusperren, wo sie doch sowieso so "zart besaitet" ist…

Also haben wir uns dafür entschieden, Chipsie in ihrer vertrauten Umgebung zu lassen und mit dem eigenen Auto und der Fähre zu reisen, damit sie beruhigter ist. Zusätzlich haben wir unseren Tierarzt um Rat gebeten. Sie hat uns Zylkene empfohlen. Das - so hat sie uns erklärt - ist einem Stoff in der Muttermilch nachempfunden, der die Welpen beruhigt und zufrieden macht. Zylkene hilft also dabei, den Stress der Reise zu vermeiden bzw. zu bewältigen. Wir haben 5 Tage vor unserem Urlaub und vor der Rückreise damit angefangen, es ihr mit dem Fressen zu verabreichen - und Chipsie war wunderbar entspannt.

Wir sind also mit der Fähre zunächst von Frankreich nach England gefahren. Chipsie durfte während dieser Zeit im Auto in ihrer geliebten Box bleiben. Umgeben von ihren gewohnten Gerüchen hat Chipsie ganz entspannt geschlafen und war, in England angekommen, schön ausgeruht. Natürlich ist es aber auch möglich, durch den Eurotunnel nach England zu fahren, dann darf man zumindest bei seinem geliebten Fiffi bleiben. Nach einer Runde "abspacken" gings dann weiter Richtung Pembroke zur zweiten Fähre nach Irland. Auch diese Fahrt hat Chipsie gut verpackt.

Zwar war die Reise ganz schön lang, aber wenn man seinem Hund in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit gibt, sich auszutoben und Energie abzubauen, klappt das schon ganz gut.

Seit Anfang 2012 wurden im Übrigen die Einreisebestimmungen für Haustiere nach Großbritannien und Irland etwas gelockert. Eine Blutuntersuchung auf Tollwut und das dazugehörige Zertifikat sind nun nicht mehr notwendig. Allerdings müssen alle erforderlichen Impfungen erfolgt sein und eine Wurmkur und eine Impfung gegen Zecken mindestens 24 Stunden vor Reiseantritt gemacht werden, die auch vom Tierarzt im EU-Reisepass vermerkt werden müssen.

Als Unterkunft haben wir ein schönes ruhig gelegenes Ferienhaus ausgewählt. Zwar bietet es sich bei einer Rundreise durchs Land eher an, in B&B's (Frühstückspensionen) unterzukommen, allerdings verstehen die Iren unter "PET FRIENDLY" (Haustier freundlich) etwas anderes als die meisten von uns. "Haustier freundlich" heißt in den meisten Fällen, es wird eine Hundehütte oder ein Zwinger für den Hund bereitgestellt. Bei manchen Unterkünften dürfen die Hunde auch in einen gesonderten Raum im Haus, aber eben nicht mit ins Zimmer zu ihrem Rudel. In Irland ist die große Hundeliebe noch nicht angekommen, denn die meisten Hunde verbringen ihre Tage vor dem Haus, bei Wind und Wetter - wenn sie Glück haben, haben sie wenigstens eine Hundehütte als Rückzugsort.

In Pubs und Restaurants sind Hunde per Gesetz nicht erlaubt, und es werden auch keine Ausnahmen gemacht, da dem Wirt sonst hohe Strafen drohen. Auf vielen Wanderwegen findet man ebenfalls Schilder, die das Mitnehmen von Hunden auf der Route untersagt. Das liegt daran, dass nun mal in Irland unheimlich viele Schafe unterwegs sind und die Schäfer es nicht gern sehen, wenn Hunde ihre Schafe jagen oder sogar verletzen. Gegen guterzogene Hunde an der Leine haben sie aber im Allgemeinen nichts. Und ehrlich gesagt, ohne anzugeben - ;) - Chipsie ist gut erzogen und wir haben sie meistens von der Leine abgemacht. Das sollte man aber nur machen, wenn man 100%ig sicher ist, dass der Hund bei einem bleibt, denn irische Farmer können richtig böse werden, und der Hinweis auf dem Schild "Es wurden schon Hunde auf dieser Halbinsel erschossen" steht da bestimmt nicht umsonst.

Alles in allem ziehe ich folgendes Fazit: Irland ist für Hunde toll - zumindest für solche, die dort Urlaub machen und wieder in ihr schönes Heim nach Hause dürfen. Die meisten Iren sind UrlauberHunden gegenüber sehr aufgeschlossen, viele haben uns angesprochen und nach Chipsie gefragt. Leider dürfen Hunde nicht überall mit, aber das ist, denke ich, in Deutschland und anderswo auch nicht anders. Die meiste Zeit unseres Urlaubs ist Chipsie ohne Leine gelaufen, weil wir einfach in einer Gegend waren, wo wenig los ist. Außerdem nehmen die meisten Iren gerne Rücksicht und sind unheimlich freundlich. Chipsie hat richtig viel Spaß gehabt, und wir auch!

Allerdings muss ich zugeben, dass es uns sehr traurig gemacht hat, zu sehen, wie viele der wunderschönen Hunde in Irland heimatlos und ohne Liebe leben müssen. Viele leben einfach auf der Straße und sind auf die Freundlichkeit von Reisenden angewiesen, die sie ab und zu mal füttern und ihnen Liebe geben, die sie so dringend suchen… Manche sind einfach ausgesetzt worden oder sogar herzlos zurückgelassen worden. Ich habe mein Herz an die heimatlosen und ungeliebten Hunde in Irland verloren, für die wirklich niemand dort etwas übrig zu haben scheint. Sie werden fortgejagt und wie Parasiten behandelt, das hat mir mehr als einmal das Herz gebrochen und einen dicken, dicken, dicken Minuspunkt für die sonst einfach netten Iren eingebracht. Einige haben aber doch ein Herz und kümmern sich mit Hingabe um die armen Seelen des Landes. Wer mehr wissen möchte: www.hart.ie oder www.mandra.ie.

Wer trotzdem noch Tipps für Reisen nach Irland braucht, oder noch Fragen dazu hat, kann sich gerne bei mir unter nicole@sheltie-welt.de melden.