Lächeln, bitte!

Mein Mann hat sich schon beschwert - auf unseren Urlaubsfotos ist fast immer unser Hund zu sehen. Sie ist aber auch wirklich ein dankbares Motiv. Außerdem ist herrlich, unvergessliche Momente für immer festzuhalten und sich in vielleicht weniger guten Momenten daran zu erinnern.

Aber leider bin ich kein Profi, wenn es ums Fotografieren geht - ganz anders als einige von euch, wie es scheint, denn eure Fotos von euren Shelties sind wirklich umwerfend! In Kürze werde ich es auch endlich schaffen, einige davon in unserer Galerie zu veröffentlichen- versprochen!

Aber ein paar Tipps und Tricks haben mir auch schon ein paar wunderschöne Fotos von unserer Chipsie beschert und deshalb möchte ich dieses "gesunde Halbwissen" gerne mit euch teilen.

Hintergrund auswählen

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die schönsten Fotos von Chipsie draußen entstanden sind. Die Natur bietet einfach die schönsten Hintergrundmotive! Besonders gut geeignet sind Spielstunden, denn dort kann man seinen Hund in den verschiedensten lustigen und wunderschönen Posen erwischen.

Auf den Boden!

Wenn wir Menschen fotografieren, sind wir (meistens) schon mit ihnen auf einer Augenhöhe. So wirkt das Foto natürlich und es gibt uns die Möglichkeit, die Person so auf dem Foto darzustellen, wie sie uns vor den Augen erscheint.

Genauso ist es auch bei Haustieren. Wenn wir sie auf ihrer Augenhöhe fotografieren wollen, müssen wir uns wohl oder übel nach unten auf den Boden begeben. Willkommen in der Welt der Shelties! Aus dieser Perspektive sehen die Dinge ganz anders aus - eben aus der Hund-Perspektive. Eine interessante Erfahrung nebenbei und eine Hilfe, seinen Sheltie noch ein bisschen besser zu verstehen.

Auf Tuchfühlung gehen

Da Hunde ja nun mal (meistens) kleiner sind als Menschen, können sie auf einem Foto leicht untergehen, wenn man nicht nahe genug an sie herangeht. Das ist gar nicht so einfach, denn sobald Chipsie mich mit der Kamera auf sie zukommen sieht, gibt sie entweder Fersengeld oder steckt ihre Nase direkt auf die Linse und man sieht außer einer extrem vergrößerten und meist leider auch unscharfen Sheltie-Nase gar nichts mehr.

Wenn man allerdings geduldig und ausdauern ist, wird man manchmal mit einer wunderschönen Aufnahme belohnt, die die ganze Schönheit des Shelties einfängt.

Die Persönlichkeit festhalten

Fotos, die die positiven Seiten der Persönlichkeit des Hundes widerspiegeln, sind oft die schönsten. Genau wie bei uns Menschen - ich habe einige Freunde, die es schaffen, mich auf fast jedem Foto alt aussehen zu lassen - zum Beispiel wenn ich gerade in Gedanken bin und meinen bösen Blick aufgesetzt habe. Wir sehen uns einfach gerne lächelnd auf Fotos und möchten so gut wie möglich aussehen.

Bei den Shelties ist das gar nicht so schwierig - die süßen Mäuse sehen immer gut aus! Zum Beispiel wenn sie nach einem Power-Jogging stehen bleiben und "lächelnd" oder mit heraushängender Zunge hecheln. Oder wenn sie sich so sheltie-wohl fühlen, dass sie auf dem Rücken liegend alle vier Pfötchen von sich strecken. Ja Shelties scheinen gerade zu darum zu betteln, in jeder Lebenslage fotografiert zu werden!

Verschiedene Blickwinkel

Ihr Hund sieht von verschiedenen Betrachtungswinkeln aus gesehen immer anders aus, also bietet es sich an, auch verschiedene Blickwinkel auszuprobieren. Wenn sie ein Bild vom ganzen Sheltie machen wollen, achten sie darauf, dass sie auch die gesamte Schönheit auf dem Bild haben. Oft ärgert man sich hinterher, weil man seinem wunderschönen Motiv die Ohrenspitze, den Pobbes oder die Pfötchen abgeschnitten hat. Natürlich kann man auf nur eine Halbkörper-Aufnahme machen, die sollte dann aber wohlproportioniert sein und etwas besonderes ausdrücken.

Wenn sie nur das Gesicht aufs Bild bringen wollen, stellen sie den Fokus auf die Augen. Versuchen sie, das gesamte Bild auszufüllen und nicht zu viel Rand zu lassen - Schönheit braucht schließlich Platz! Und wenn ihr Hund es sich gefallen lässt, dass sie ihn fotografieren, versuchen sie es doch mal aus einem ganz anderen Winkel heraus!

Gutes Licht einfangen

Fotografen reden immer über "gutes Licht" und es stimmt - ein gutes Foto steht und fällt mit dem Licht, das es einfängt, oder eben nicht einfängt. Natürlich können sie schon mit den Einstellungen ihrer Kamera viel erreichen, aber natürlich "gutes Licht" ist eben einfach… natürlicher! Deshalb sollte man bevorzugt Bilder im Freien machen oder in lichtdurchfluteten Räumen, vielleicht sogar mit natürlichem Sonnenlicht.

Zu dunkle Ecken sind aber kein guter Hintergrund für ein gutes Foto - zwar hat heute nahezu jede Kamera einen Blitz, der lässt das Bild aber oft unnatürlich und kalt wirken. Allerdings könnte man den Blitz bei Shelties mit dunklem Fell auch schön dazu einsetzen, den natürlichen Glanz noch mehr hervorzuheben.

Ganz schön unscharf!

Hunde und Kinder sind deshalb oft so schwer zu fotografieren, weil sie einfach nicht still halten! Es gibt aber zwei Wege, trotzdem gute Fotos zu machen: (1) Bestechen sie ihn mit Leckerchen oder warten sie einfach geduldig, bis er eine Pause macht. (2) Fast jede Kamera hat verschiede Modi. Für unseren Fall eignet sich der Tiermodus, weil er durch eine kurze Verschlusszeit auch Bewegungen einfängt und einfriert, so dass die unscharfen Bilder sind in Grenzen halten. Trotzdem hilft es auch, im entscheidenden Moment eine ruhige Hand zu haben. Dazu kann man sie auch irgendwo abstützen, zum Beispiel auf dem Knie oder an eine Wand gelehnt.

Wenn ihr Sheltie gerade eine neue Rekordzeit im Herumrennen aufstellt, ist es vielleicht gerade nicht die passende Zeit, Fotos zu machen. Oder wenn sie experimentierfreudig sind, stellen sie ihre Kamera auf Serienaufnahme. Dadurch werden eine Reihe von Bildern schnell hintereinander aufgenommen und man kann eine Bewegung in mehreren Bildern einfangen.

Verschiedene Motive

Die schönsten Fotos von CHipise sind in der MenschHund-Interaktion entstanden, also dann, wenn sie mit mir oder mit Holger oder sonst wem aus unserer Familie zusammen war. Gestellte Fotos sind eine Sache, aber es ist auch oft wunderschön, einfach spontan Momente einzufangen, in denen Mensch und Hund sich unbeobachtet fühlen. Man kann oft den einen oder anderen Schnappschuss machen, der einem noch lange in Erinnerung bleibt.

Den Moment einfangen

Obwohl Shelties auch für ein Fotos posieren können, wenn man nett und freundlich danach fragt, sind es doch meist die Schnappschüsse, die wir am meisten lieben. Also, statt ihren Hund vor der Kamera posieren zu lassen, lassen sie ihm doch einfach freien Lauf und warten sie geduldig, mit der Kamera im Anschlag, während er macht wonach ihm gerade ist - einen leckeren Knochen verspeisen, auf dem Boden herumrollen, weil das Fell juckt, Eichhörnchen im Garten beobachen oder die Wellen am Strand anbellen. Wenn man diese Momente einfängt, hat sich die Geduld doch bestimmt gelohnt!

Ausprobieren!

Versuch macht klug! Auch beim Fotografieren von Haustieren trifft das zu - man muss einfach probieren, probieren, probieren! Je mehr Fotos man macht, desto mehr lernt man auch aus den damit verbundenen Ergebnissen. Also "learning by doing" - einfach machen und auch mal etwas wagen! Man wird sich wundern, wie schöne Fotos man auch als Laie von seinem Sheltie machen kann.

Und jetzt - an die Kameras und viel Spaß beim Fotos machen!

Vielen Dank an Becky für die Inspiration.