Zieh Leine!

Leine
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Es gibt viele Hunde, die Angst vor der Leine haben. Das zeigt sich in einem neurotischen, ängstlichen und unterwürfigem Benehmen, wann auch immer es Zeit für einen Spaziergang ist. Und dieses Verhalten ist nicht nur auf die Shetland Sheepdogs beschränkt, aber weil Shelties zu Nervösität neigen, ist es für sie einfacher, so eine Angst zu entwickeln. Dieser Artikel erklärt den effektivsten Weg, mit der Angst vor der Leine umzugehen und ihren Sheltie zu einer gesunde Spazier-geh-Routine zu bekommen.

Was verursacht die Angst vor der Leine?

Oft reicht der Anblick der Leine, um die Freude eines Hundes zu wecken. Die meisten Hund wissen: Leine=Spaziergang - und dementsprechend reagieren sie auch. Aber für einige Hund ruft die Leine Angst hervor und schüchtert sie mehr ein als alles andere.

Das kann passieren, wenn die Leine auf negative Weise beim Vorbesitzer benutzt wurde; zum Beispiel als Werkzeug, um den Hund herum zu schleifen. Vielleicht wurde es benutzt, um den Hund für Stunden an einen Ort zu fesseln. In einigen Fällen wurde die Leine sogar dazu missbraucht, den Hund zur Bestrafung zu schlagen. Oder Ihr Hund ist einfach "zart besaitet", und dementsprechend sehr anfällig dafür, Ängst fast willkürlich zu entwickeln.

Obwohl die Angst vor der Leine einen negativen Einfluss auf die Spaziergänge mit Ihrem Hund haben kann, gibt es eine gute Nachricht: man kann sie einfach heilen! Sie brauchen nur ein wenig Geduld und eine Basis-Ausrüstung.

Was Sie brauchen

Leinenführigkeit beim Sheltie

Das Ziel ist, Ihren Hund Schritt für Schritt an die Führung mit der Leine zu gewöhnen - und zwar in einem Bereich, in dem sich Ihr Hund wohlfühlt. Wenn er schon Angst vor der Leine hat, können Sie davon ausgehen, dass er ein bisschen misstrauisch sein wird. Achten Sie aber unbedingt auf Anzeichen extremer Angst: Hyperventilieren, Sabbern, unterwürfiges Urinieren oder Augenrollen.

Schritt 1 - Lassen Sie die Leine in der Wohnung herumliegen

Wenn Ihr Sheltie wirklich ängstlich auf die Leine reagiert, müssen Sie ihn sehr behutsam und langsam an sie heranführen. Versuchen Sie, die Leine voll ausgerollt herumliegen zu lassen, vorzugsweise an "guten" Orten, z.B. in der Nähe seiner Näpfe, seiner Lieblingsplätze oder seines Schlafplatzes.

Schritt 2 - Zeigen Sie im die Leine

Wenn er nicht mehr reagiert, wenn er die Leine nur sieht, stellen Sie sie ihm in einem aktiveren Rahmen vor. Zum Beispiel, indem Sie sie um Ihre Hand wickeln, während Sie ihn streicheln oder bürsten. Halten Sie die Leine in der Hand, wenn Sie sein Fressen vorbereiten. Sitzen Sie bei ihm und streicheln Sie ihn. Fahren Sie damit fort, bis er keine Zeichen von Unwohlsein mehr zeigt - das kann eine Weile dauern, aber denken Sie daran: Sie wollen ihn behutsam an die Leine gewöhnen. Jede Art von Hetze ist eher kontraproduktiv.

Schritt 3 - Legen Sie die Leine beruhigend an sein Halsband an

Wenn er keine Anzeichen von Nervösität zeigt, legen Sie die Leine an sein Halsband an. Lassen Sie ihn "Sitz und Bleib" machen, mit bestimmter, aber beruhigender Stimme und schließen Sie die Leine an. Machen Sie keine große Sache daraus: Ihr Hund zieht seine emotionalen und psychischen Schlüsse aus Ihrem Verhalten. Wenn Sie sich so verhalten, als wenn das alles keine große Sache wäre, wird er ihrer Führung folgen.

Schritt 4 - Bewegen Sie die hängende Leine

Wenn Sie die Leine angebracht haben, lassen Sie ihm ein bisschen Zeit, damit er sich daran gewöhnen kann, dass irgendetwas an seinem Hals herunterhängt. Es könnte sein, dass er jetzt etwas panisch reagiert und versucht, die Leine wieder irgendwie loszuwerden, z.B. indem er sich an der Wand schrubbelt. Wenn er nervös wirkt, lenken Sie ihn mit einem Spiel ab: Tauziehen, Fangen spielen - oder machen Sie einfach einen kurzen Spaziergang. Nehmen Sie die Leine jetzt noch nicht auf, lassen Sie sie einfach auf dem Boden schleifen und lassen Sie Ihren Sheltie einfach ein bisschen frei laufen.

Schritt 5 - Wiederholen Sie das Experiment

Nehmen Sie die Leine nach ca. 5 Minuten wieder ab, und loben Sie ihn oder sie dafür, dass er/sie sooo brav war. Geben Sie ihm/ihr ein paar kleine, leckere Leckerchen und viele Streicheleinheiten. Wiederholen Sie die letzten drei Schritte ein paar Male, bevor Sie zum nächsten Schritt weitergehen. Sie sollten Ihm viele Möglichkeiten geben, sich an die "Sensation Leine" an sich zu gewöhnen, bevor Sie anfangen, sie dazu benutzen, ihn beim Spazierengehen zu kontrollieren. Je mehr positive Verknüpfungen er mit der Leine macht (und das WIRD er während der Spiele, Spaziergänge und Leckerchen, während er die Leine trägt), desto besser für seinen Fortschritt.

Schritt 6 - Trainieren Sie Gehorsam

Als nächstes ist es Zeit für ein klein bisschen Gehorsamstraining, während er die Leine trägt. Fünf Minuten reichen schon aus: üben Sie "Sitz-und-Bleib" und das Rückruf-Kommando, während er die Leine trägt. Das wird Ihre Autorität und Führerschaft stärken, und wird ihn daran erinnern, dass er Ihnen immer noch gehorchen muss, obwohl der die Leine trägt.

Schritt 7 - Machen Sie einen kurzen Spaziergang an der Leine

Wenn er Ihren Kommandos bereitwillig gehorcht, machen Sie einen kurzen Spaziergang, während er die Leine umhat. Wenn er nervös wird, bestärken Sie dieses Verhalten nicht dadurch, dass Sie auf ihn eingehen. Ignorieren Sie ihn einfach und gehen Sie weier, Erinnern Sie sich daran, dass er sich an Ihrer Stimmung orientiert, also bleiben Sie ruhig und warten, bis er aufhört.

Wenn Ihr Sheltie nach ein paar Minuten zu nervös oder gar panisch wird, gehen Sie zurück zu dem Level, wo er sich 100%ig wohlgefühlt hat. Bleiben Sie ein paar Tage auf dieser Stufe, bevor Sie noch einmal versuchen, wieder einen kurzen Spaziergang zu machen.

Zur Erinnerung

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