Vorsicht, Aggro-Sheltie!

Dealing with Dog Aggression
Alle Hunde neigen zur Aggressivität

Alle Hunde sind instinktiv aggressive Geschöpfe. Hunde brauche die Aggression zum Jagen, zur Selbstverteidigung vor anderen Kreaturen, und um Nahrungsmittel, Unterschlupf oder seinen Partner zu verteidigen.

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich dieses Verhalten sehr verändert und minimiert - besonders bei den Shelties, die im Allgemeinen sehr unterwürfige Genossen sind. Aber man kommt einfach nicht darum herum, zu sagen, dass die Hunde körperlich dazu in der Lage sind, ernsthaft zu verletzen.

Das bedeutet aber nicht, dass Hundeliebhaber hilflos im Umgang mit ihren Hunden sind. Es gibt sogar eine Menge, was wir tun können, um Aggression vorzubeugen, und, wenn man bei seinem Hund aggressives Verhalten feststellt, damit richtig umzugehen.

Arten von Hundeaggression

Die zwei am weitesten verbreiteten Arten der Aggression sind:

Aggression gegenüber Fremden

Es ist einfach zu erkennen, wenn Ihr Hund gegenüber Fremden nervös wird. Er ist aufgekratzt und in Alarmbereitschaft: er kann nicht ruhig sitzen und zappelt herum, macht sich schon beim kleinsten Geräusch lautstark bemerkbar und läuft bellend und jaulend herum. Oder er ist ungewöhnlich ruhig, felsenfest an einem Ort, auf das verdächtige Objekt starrend (ein Besucher, der Postbote, jemand der an ihm vorbeigeht, während er draussen vor einem Laden angebunden auf Sie wartet.)

Warum passiert das?

Es gibt einen Hauptgrund, warum ein Hund einen fremden Menschen nicht leiden kann: er konnte sich einfach noch nicht an sie gewöhnen. Denken Sie daran, Ihr Hund verlässt sich hundertprozentig darauf, dass Sie seinen Horizont für ihn erweitern. Er muss an viele neue Dinge herangeführt werden, damit er die Welt kennenlernen kann und durch Regelmäßigkeit und positive Erfahrungen zu der Überzeugung kommt, dass etwas Neues nicht zwangsläufig etwas Schlechtes sein muss. Wie sollte man auch sonst von ihm erwarten können, dass er sich in für ihn neuen Situationen entspannt?

Was kann ich tun?

Der Prozess, bei dem Sie Ihren Hund an die Welt und somit auch an für ihn fremde Menschen und Tiere gewöhnen, nennt man Sozialisierung. Das ist ein unglaublich wichtiger Aspekt in der Hundeerziehung. Ihren Hund zu sozialisieren bedeutet, ihm von klein auf eine breite Spanne an neuen Erfahrungen, Leuten und Tieren zu bieten.

Wie hilft Sozialisierung?

Wenn Sie Ihren Hund sozialisieren, lernt er durch Erfahrung das neue Dinge und Laute lustig und nicht beängstigend sind. Es reicht nicht aus, Ihren erwachsenen Hund einer Menge unbekannter Leute auszusetzen und ihm zu sagen "Ganz ruhig, Roxy, alles ist gut" - er muss selbst lernen, dass alles OK ist. Und das muss er schon vom Welpenalter an, damit es sich gut einprägt. Je mehr Arten von Menscher und Tieren er auf spaßige und entspannte Art kennenlernt (Babies, Kleinkinder, Teenager, ältere Menschen, Männer, Frauen, Menschen mit Uniformen, Menschen mit Motorrathelmen, Menschen mit Schirmen, Fahrradfahrer etc.), um so sicherer wird er sich unter Fremden fühlen.

Wie kann ich meinen Hund sozialisieren?

Ihren Hund zu sozialisieren ist sehr einfach - es geschieht eher automatisch, als dass Sie ein spezielles Training dafür absolvieren müssen. Sie könnten eine Welpenschule besuchen, allerdings sollten Sie dabei Vorsicht walten lassen. Welpenschulen und -gruppen gibt es wie Sand am Meer, gute jedoch eher selten. Informieren Sie sich gut, schauen Sie sich VORHER - vorzugsweise ohne Ihren Welpen - an, was auf ihren kleinen Racker zukommt. Wir haben auch negative Erfahrungen gemacht, und Ihrem Welpen könnten Sie ihm das ersparen. In einer guten Welpenschule lernt Ihr Kleiner neben dem spielerischen Umgang mit seinen Artgenossen (und natürlich auch fremden Menschen) auch Grundkommandos wie "Sitz", "Platz" und "Bleib" und oft auch Grundelemente des Apportierens.

Die Sozialisierung endet aber nicht mit der Welpenausbildung. Es ist eignetlich ein lebenslanger Prozess; er muss immer und immer wieder neue Umwelteindrücke sammeln und neue Orte kennenlernen. Aber denken Sie daran, dass Sie Ihren Racker nicht überfordern: fangen Sie langsam an und bauen Sie so seine Frustrationstoleranz (unangenehme Dinge mit Ruhe ertragen zu können) mit der Zeit aus.

Aggression gegenüber Familienmitgliedern

Es gibt zwei Hauptgründe für Aggression gegenüber den Mitgliedern seiner menschlichen Familie:

  1.   Er versucht etwas zu verteidigen, was ihm gehört, auch bekannt als Besitzverteidigung, und obwohl es sich zunächst harmlos anhört, steckt mehr dahinter als dass ihr Hund nur versucht, sein Spielzeug für sich zu behalten.

  2.   Er fühlt sich nicht damit wohl, wie Sie oder Familienmitglieder ihn behandeln oder sich ihm gegenüber verhalten.

Was ist Besitzverteidigung?

Besitzverteidigung ist unter Hunden verbreitet. Es zeigt sich in besitzergreifendem Verhalten wie Knurren oder gar Zähnefletschen, wenn Sie sich ihm beim Fressen nähern, oder er schaut sie streng und starrend an, wenn Sie versuchen, ihm sein Spielzeug wegzunehmen. Alle Hunde können von Zeit zu Zeit besitzergreifend sein - das liegt in ihrer Natur. Manchmal erstreckt sich das sogar auf Dinge ohne richtigen Wert: ungenießbarer Müll, oder ein zerknülltes Blatt Papier. Aber meistens geht es dabei um Fressen oder Spielzeug.

Warum passiert das?

Es läuft alles auf ein Dominanzproblem hinaus. Hunde sind Rudeltiere. Das bedeutet, dass sie eine sehr strukturierte Umwelt gewohnt sind: in einem Hunderudel hat jeder Hund seinen Platz in einer Rangordnung. Jedes Tier weiß um den Rang des anderen Hundes, das heißt, er weiß ganz genau, wie er sich in jeder erdenklichen Situation gegenüber den anderen Rudelmitgleidern zu verhalten hat (entweder um zu beschwichtigen oder um zu verteidigen).

Für Ihren Hund ist das Familienumfeld nicht anderes als im Hunderudel. Ihr Hund hat jedes einzelne der Familienmitglieder bewertet, und hat seine eigene Ansicht dazu, wo er in dieser Rangordnung steht. Und hier wird es interessant: wenn Ihr Hund sich in einem höheren Rang zu einem der Familienmitglieder sieht, wird er frech werden. Wenn er eine übersteigerte Wahrnehmung seiner eigenen Wichtigkeit hat, wird er anfangen, sich aggressiv zu verhalten, - weil Aggression und Dominanz die Exklusivrechte eines ranghöheren Hundes sind. Kein Unterlegener würde es je wagen, aufmüpfig oder aggressiv zu werden. Die Konsequenzen wären schrecklich - und das weiß er.

Besitzverteidigung ist ein klassisches Beispiel für dominantes Verhalten: nur ein höherrangiger Hund (ein dominanter) würde aggressiv werden bei der Verteidigung seines Besitzes. Kurzgesagt: wenn es Ihrem Hund klar wäre, dass er nicht der Leiter der Familie ist, würde es ihm nicht im Traum einfallen, Sie davon abzuhalten, sein Futter oder sein Spielzeug wegzunehmen.

Was kann ich tun?

Die beste Behandlung bei dominantem und aggressiven Verhalten ist Gehorsamstrainung, das wird Ihre Autorität gegenüber Ihrem Hund unterstreichen. Zwei 15-minütige Trainingseinheiten pro Tag werden ihm deutlich machen, dass Sie der Chef sind, und dass es sich für ihn auszahlt, zu tun was Sie sagen. Das können Sie ihm noch eindringlicher verdeutlichen, wenn Sie ihn mit Leckerchen und ausgiebigem Lob belohnen, wenn er brav gehorcht, und ihn für kurze Zeit ignorieren, wenn er sich daneben benimmt.

Probleme im Umgang mit Hunden

Grrrr! Alle Hunde sind verschieden im Umgang mit ihren Menschen. Einige schmusen für ihr Leben gerne, sind absolut glücklich, wenn man sie knuddelt, küsst und seine Arme um sie schlingt (was im übrigen eine "Ich-bin-der-Boss"-Geste für einen Hund ist, was auch erklärt, warum viele Hunde das nicht zulassen.) Andere Hunde - normalerweise solche, die nicht schon im Welpenalter an Körperkontakt herangeführt und gewöhnt wurden - fühlen sich nicht besonders wohl bei vollem Körperkontakt und werden nervös und unruhig, wenn jemand versucht, sie zu knuddeln.

Ein anderer verbreiteter Grund für Umgangs orientierte Aggression sind schlechte Erfahrungen bei der Pflege: Krallen schneiden und Baden sind zwei altbekannte Übeltäter. Wenn Sie ihm die Krallen schneiden, ist es sehr leicht möglich, dass Sie ihm wehtun, weil Sie die Blutgefäße verletzt haben, die innerhalb der Kralle verlaufen. Das ist für einen Hund sehr schmerzhaft und ist praktisch eine Garantie für einen langanhaltende Aversion gegen Krallen- Knippser.

Viele Hunde haben auch Probleme damit, gebadet zu werden. Viele Besitzer meinen, wenn Sie einen Hund mit großen Augen vor sich haben, halb-gewaschen und aufgebracht, quasi bereit zur Flucht, dass sie, um das Waschen zu Ende zu bringen, zur gewaltsamen Bändigung greifen müssen. Das allerdings verursacht bei dem Hund noch mehr Panik und verstärkt seinen Eindruck, dass das Baden etwas ist, was unter allen Umständen vermieden werden sollte - und wenn es unbedingt sein muss, mit Zähnezeigen und Zwicken gewürdigt werden muss.

Alles halb so wild, Kleiner!

Es ist viel einfacherer, wenn Sie so früh wie möglich mit der Sozialisierung anfangen - fassen Sie Ihren Welpen oft an, gewöhnen Sie ihn daran, dass Sie ihn überall und zu jederzeit berühren und streicheln dürfen. Junge Hunde haben das eigentlich auch gerne - nur die älteren haben damit Probleme, wenn sie in Ihrem Leben nicht viele positive Erfahrungen mit Körperkontakt gemacht haben, was es für sie schwer macht, ihn zu akzeptieren. Üben Sie, seine Pfoten in die Hand zu nehmen und sie mit dem Knisper zu berühren; nehmen Sie ihn mit ins Bad und gewöhnen Sie ihn an die Dusche oder den Wasserhahn - was auch immer für Sie besser ist. Aber sein Sie nett zu ihrem Kleinen - Hunde bevorzugen, wie die meisten Menschen, warmes Wasser. Und was wieder ganz wichtig ist: überschütten Sie ihn mit Lob, wenn er gut reagiert.

Bei einem älteren Hund, der vielleicht schon verschiedene unschöne Umgangs- und Pflegeerfahrungen gemacht hat, ist das ganze schon ein bisschen schwieriger. Sie müssen nach besten Kräften versuchen, den verursachten Schaden wieder gut zu machen, und das können Sie schaffen, indem Sie es langsam angehen lassen mit dem Hauptziel, Ihren Hund zu beruhigen. Sobald er Anzeichen von Stress zeigt, hören Sie sofort auf mit dem Training und lassen Sie ihn erstmal wieder zur Ruhe kommen. Versuchen Sie das ganze in ein Spiel zu verpacken - sparen Sie nicht am Lob und Leckerchen. Und machen Sie unbedingt langsam. Treiben Sie es nicht zu weit: wenn Sie selbst nervös werden, unterbrechen Sie das ganze. Hunde zeigen Aggression aus einem Grund: sie möchten Sie wissen lassen: "Lass mich in Ruhe, sonst..."

Wenn Ihr Hund es einfach nicht haben kann, dass er von Zeit zu Zeit gepflegt werden muss, wie viel Sie auch mit ihm daran arbeiten, ist es besser, diese Aufgabe einem Profi zu übergeben. Die Krallen Ihres Hundes können Sie zum Beispiel beim Tierarzt schneiden lassen - aber vergessen Sie nicht, den Tierarzt sofort zu unterrichten, warum Sie Ihrem kleinen Gefährten die Krallen nicht schneiden können, damit er Vorsichtsmaßnahmen treffen kann.

Das Waschen und Bürsten können Sie im Übrigen auch einem Profi übergeben, aber auch hier ist Vorsicht und ein wachsames Auge geboten. Hundepflege ist Vertrauenssache. Der Hundefriseur muss das Vertrauen des Besitzers und des Hundes bekommen. Einen guten Hundefriseur erkennt man an:

Quelle:www.hundeserviceschaefer.de

Aber auch hier gilt: informieren Sie den Hundepfleger im Voraus über die voraussichtlichen Probleme.

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